Brennesseltee mischen: Welche Kräuter passen gut dazu?

Pur schmeckt Brennesseltee kräftig, leicht grasig und ein wenig herb. Manche mögen genau das, anderen ist der Geschmack auf Dauer zu eintönig. Die gute Nachricht: Die Brennnessel verträgt sich mit vielen anderen Kräutern und lässt sich unkompliziert mischen. Gerade im Herbst, wenn wieder häufiger eine warme Tasse auf dem Tisch steht, lohnt es sich, ein wenig zu experimentieren.

Warum Brennesseltee mischen?

Der wichtigste Grund ist der Geschmack. Ein zweites oder drittes Kraut kann die herbe Note abmildern, Frische oder eine leichte Süße beisteuern. Wer über einige Wochen regelmäßig Brennesseltee trinkt, freut sich außerdem über Abwechslung. Eine Mischung macht den Tee jedoch nicht „stärker“ oder wirksamer – sie macht ihn vor allem angenehmer zu trinken.

Wie Sie den Tee grundsätzlich aufgießen, lesen Sie auf der Seite zur Zubereitung von Brennesseltee.

Kräuter, die geschmacklich gut passen

  • Pfefferminze: bringt Frische und überdeckt die grasige Note am deutlichsten. Ein Klassiker, der fast immer gelingt.
  • Zitronenmelisse oder Zitronenverbene: sorgen für ein mildes, zitroniges Aroma und machen den Tee runder.
  • Hagebutte: gibt eine fruchtig-säuerliche Note und eine schöne rötliche Farbe.
  • Ingwer: ein paar dünne Scheiben frischer Ingwer liefern Schärfe und Wärme – beliebt in der kalten Jahreszeit.
  • Kamille: mild und leicht süßlich, passt gut zu einer Tasse am Abend.
  • Fenchel: leicht angestoßene Fenchelsamen bringen eine sanfte Süße mit.

Mischverhältnis und Zubereitung

Als Ausgangspunkt hat sich bewährt, die Brennnessel als Grundlage zu behalten und das zweite Kraut sparsam zu dosieren:

  1. Mischen Sie etwa zwei Teile getrocknete Brennnesselblätter mit einem Teil des anderen Krauts.
  2. Geben Sie ein bis zwei Teelöffel der Mischung in eine Tasse.
  3. Übergießen Sie die Kräuter mit frisch aufgekochtem Wasser.
  4. Lassen Sie den Tee zugedeckt etwa acht bis zehn Minuten ziehen und seihen Sie ihn dann ab.

Ist Ihnen das Ergebnis zu herb, erhöhen Sie beim nächsten Mal den Anteil des zweiten Krauts. Harte Zutaten wie Hagebuttenschalen, Fenchelsamen oder Ingwer brauchen eher die längere Ziehzeit. Mischen Sie am besten nur kleine Mengen vor und bewahren Sie diese trocken, dunkel und gut verschlossen auf.

Drei einfache Mischungen zum Ausprobieren

Frisch für den Vormittag

Zwei Teile Brennnessel, ein Teil Pfefferminze. Schmeckt auch abgekühlt gut.

Fruchtig für Herbsttage

Zwei Teile Brennnessel, ein Teil Hagebutte, dazu zwei bis drei Scheiben frischer Ingwer in die Tasse.

Mild für den Abend

Zwei Teile Brennnessel, je ein halber Teil Zitronenmelisse und Kamille. Ob Brennesseltee für Sie am Abend überhaupt eine gute Wahl ist, erfahren Sie im Beitrag Kann man Brennesseltee abends trinken.

Worauf Sie achten sollten

Der Brennnessel wird traditionell eine harntreibende Wirkung zugeschrieben. Daran ändert auch eine Mischung nichts, und für die Tagesmenge zählt die gesamte Teemenge. Orientierung gibt der Beitrag Wie viel Brennesseltee am Tag?.

  • Jedes zusätzliche Kraut bringt eigene Eigenschaften und mögliche Unverträglichkeiten mit. Probieren Sie neue Zutaten zunächst in kleiner Menge.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern sollten Kräutertees und Mischungen vorab mit Ärztin, Arzt oder Hebamme besprochen werden.
  • Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder an einer Herz- oder Nierenerkrankung leidet, sollte vor dem regelmäßigen Genuss ärztlichen Rat einholen.
  • Verwenden Sie nur Kräuter, die Sie sicher kennen, oder greifen Sie zu Ware in Lebensmittelqualität.

Mehr zu möglichen unerwünschten Wirkungen finden Sie auf der Seite Brennesseltee Nebenwirkungen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ersetzt kein Tee den Besuch in der Arztpraxis.

Fazit

Brennesseltee lässt sich mit wenigen Zutaten geschmacklich deutlich abwechslungsreicher gestalten. Beginnen Sie mit einer einfachen Zweierkombination, halten Sie die Brennnessel als Grundlage und passen Sie das Verhältnis nach Ihrem Geschmack an. So finden Sie mit der Zeit Ihre eigene Lieblingsmischung.