Wer seinen Brennesseltee selbst herstellen möchte, braucht nur Handschuhe, eine Schere und etwas Geduld. Die Brennnessel wächst fast überall, und mit der richtigen Technik reicht eine Ernte für viele Monate. Hier erfahren Sie, wann und wo Sie sammeln sollten und wie die Blätter schonend trocknen.
Die beste Sammelzeit
Am aromatischsten sind die jungen Triebe im Frühjahr, etwa von April bis Juni, bevor die Pflanze blüht. Nach einem Rückschnitt treibt die Brennnessel neu aus, sodass Sie oft bis in den Herbst hinein frische Triebspitzen finden. Sammeln Sie am besten an einem trockenen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist.
Der richtige Standort
- Meiden Sie Straßenränder, gespritzte Felder und beliebte Hundewege.
- Geeignet sind der eigene Garten, Waldränder und ungedüngte Wiesen.
- In Naturschutzgebieten ist das Sammeln nicht erlaubt. Außerhalb davon dürfen Sie kleine Mengen für den Eigenbedarf pflücken.
- Lassen Sie immer einen Teil stehen: Brennnesseln sind Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlinge.
So ernten Sie ohne Brennen
Tragen Sie feste Handschuhe und lange Ärmel. Schneiden Sie nur die oberen vier bis sechs Blattpaare ab, denn sie sind zart und frei von harten Fasern. Blätter mit Flecken, Fraßspuren oder Belag sortieren Sie gleich aus. Waschen Sie die Triebe nur, wenn es nötig ist, und schütteln Sie sie danach gut trocken.
Brennnesseln trocknen: drei Methoden
An der Luft
Binden Sie kleine Sträuße und hängen Sie sie kopfüber an einen schattigen, luftigen Ort. Alternativ breiten Sie die Blätter locker auf einem Tuch oder Gitter aus. Nach ein bis zwei Wochen sind sie fertig.
Im Backofen
Verteilen Sie die Blätter auf einem Blech mit Backpapier und trocknen Sie sie bei höchstens 40 Grad. Lassen Sie die Ofentür einen Spalt offen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Im Dörrgerät
Bei 35 bis 40 Grad sind die Blätter meist nach wenigen Stunden trocken. Diese Methode ist besonders gleichmäßig.
Fertig getrocknet sind die Blätter, wenn sie rascheln und zwischen den Fingern leicht zerbröseln. Direkte Sonne sollten Sie vermeiden, sie bleicht die Blätter aus und kostet Aroma.
Richtig aufbewahren
Füllen Sie die Blätter möglichst unzerkleinert in dunkle Schraubgläser oder Blechdosen und lagern Sie sie kühl und trocken. So hält der Vorrat etwa ein Jahr. Riechen die Blätter muffig oder zeigen sie Schimmel, gehören sie auf den Kompost.
Wie Sie aus den getrockneten Blättern einen guten Tee aufgießen, lesen Sie unter Brennesseltee Zubereitung. Die Samen werden erst im Spätsommer geerntet. Mehr dazu finden Sie auf der Seite Brennesselsamen.