
Foto: :Bdk:, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5. Bild verkleinert.
Die Kleine Brennnessel (Urtica urens) ist neben der Großen Brennnessel die zweite Art, der Sie in Mitteleuropa am häufigsten begegnen. Sie ist einjährig, bleibt deutlich kleiner und wächst gern dort, wo der Boden gepflegt und nährstoffreich ist – also in Gärten und auf Äckern. Dort fällt sie oft erst auf, wenn man sie berührt.
Aussehen und Wuchs
Die Kleine Brennnessel erreicht je nach Standort etwa 10 bis 60 Zentimeter Höhe. Der Stängel wächst aufrecht, ist meist unverzweigt und oft vierkantig. Die gezähnten Blätter sind rundlich bis oval und laufen nicht so spitz zu wie bei der Großen Brennnessel. Die Blüten sind klein, grünlich und unscheinbar; sie erscheinen etwa von Mai bis Oktober.
Einjährig und einhäusig
Die Pflanze lebt nur eine Saison: Sie keimt, blüht, bildet Samen und stirbt dann ab. Anders als die zweihäusige Große Brennnessel ist sie einhäusig. Männliche und weibliche Blüten sitzen also an derselben Pflanze, bestäubt wird durch den Wind. Da sie keine Ausläufer bildet, vermehrt sie sich ausschließlich über Samen.
Wo die Kleine Brennnessel wächst

Sie bevorzugt humus- und stickstoffreichen Boden, der nicht zu sauer sein sollte. Typische Standorte sind Gärten, Obstgärten, Weinberge und Gemüsefelder, aber auch nährstoffreiche Stellen entlang von Straßen. Ihr Verbreitungsgebiet reicht über Europa, Eurasien und Nordafrika bis nach Nordamerika. In Mitteleuropa gilt sie als alteingesessen und in Deutschland als nicht gefährdet.
Brennt sie stärker?
Stängel, Blätter und Kelchblätter tragen Brennhaare. Verschiedene Pflanzenporträts beschreiben das Brennen der Kleinen Brennnessel als besonders kräftig, stärker als bei der Großen Brennnessel. Wie die Brennhaare funktionieren und was nach einer Berührung hilft, lesen Sie im Beitrag Warum brennt die Brennnessel? Nass oder verarbeitet, etwa getrocknet oder gekocht, brennt die Pflanze nicht mehr.
Kleine oder Große Brennnessel?
- Die Kleine Brennnessel ist einjährig, die Große mehrjährig.
- Die Kleine bleibt meist unter 60 Zentimetern, die Große wird oft deutlich höher.
- Die Blätter der Kleinen sind rundlicher, die der Großen zugespitzt.
- Die Kleine ist einhäusig, die Große zweihäusig.
Für Brennesseltee wird üblicherweise die Große Brennnessel verwendet. Beim Sammeln sollten Sie die Arten daher kennen und nur Pflanzen von sauberen, ungespritzten Standorten nehmen. Gerade Gärten und Äcker, auf denen die Kleine Brennnessel wächst, werden nicht selten behandelt oder gedüngt.
